KunstSalon Köln

KunstSalon Köln

Gesundheitsmanagement in einem Unternehmen der Schwerindustrie ist eine besondere Herausforderung: es ist laut, heiß, kalt, schwer, dreckig ….. und man kann an den meisten dieser Umgebungsbedingungen wenig ändern, auch wenn die Hauptaggregate auf dem neuesten Stand der Technik sind. Dazu kommen fast ausschließlich männliche Mitarbeiter, die beim Thema „gesundheitsbewusstes Verhalten“ auch nicht immer besonders aufgeschlossen reagieren, denn rauchen gilt immer noch als „männlich“ und gesundes Essen ist auch nur etwas für „Weicheier“.

Bei der letzten Mitarbeiterbefragung bekamen wir zwar insgesamt recht gute Noten, aber das Thema „persönliches Gesundheitsbewusstsein und -verhalten“ der Mitarbeiter hatte nur eine durchschnittliche Bewertung. Deshalb wurde im innerbetrieblichen Steuerkreis beschlossen, Maßnahmen durchzuführen, die das Ziel haben, das persönliche Gesundheitsverhalten des Mitarbeiters zu verbessern, d.h. den Mitarbeitern zu verdeutlichen, dass sie selbst auch eine große Verantwortung für ihre eigene Gesundheit haben.

Die Konzentration auf letztlich eine Maßnahme geschah auch vor dem Hintergrund, dass Gesundheitsmanagement kein Aktionismus sein soll, kein Aneinanderreihen von einzelnen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen. Und – last but not least – hat eine Personalabteilung als Promoter des Gesundheitsmanagements nur begrenzte zeitliche und finanzielle Kapazitäten.

Vor dem Hintergrund dieser Randbedingungen haben wir uns bei Mannstaedt also seit 2013 auf ein Programm konzentriert, dass uns die größte Wirksamkeit und Nachhaltigkeit verspricht: individuelle Gesundheits-Checks für die Mitarbeiter der Produktion mit einem besonderen Angebot für interessierte Mitarbeiter, die von der Betriebsärztin vorgeschlagen werden.

Dieser Gesundheits-Check besteht aus 3 Phasen. Für den ersten Teil – die Anamnese – wurde ein relativ einfacher, nur eine DIN A4-Seite umfassender, Fragebogen erarbeitet, den die Mitarbeiter ausfüllen und parallel dazu eine Blutprobe abgeben. Dauer: nur 10 Minuten.

Der Fragebogen wird von der Betriebsärztin ausgewertet, die Blutprobe auf Risikofaktoren analysiert und die Ergebnisse in einem Befundbogen – auch nur eine DIN A4-Seite mit einfachem Ampelprinzip – eingetragen. Im 2. Teil hat der Mitarbeiter ein individuelles Beratungsgespräch mit der Betriebsärztin von ca. 20 Minuten, in dem sie mit ihm den Befundbogen durchgeht, ihm seine persönlichen Risiken aufzeigt und Empfehlungen gibt, dagegen etwas zu tun.

Der 3. Teil beinhaltet die Umsetzung der Hinweise zur Verbesserung der individuellen Gesundheit in eigener Verantwortung durch die Mitarbeiter. Um dieses zu unterstützen, unterbreitet der Arbeitgeber Angebote, die sich auf die Hauptrisikofaktoren beziehen. Nach den ersten Runden zeigt sich, dass diese vor allem mangelnde Bewegung und Fitness, rauchen und ungesunde Ernährung sind. Dazu werden den Mitarbeitern betriebliche Angebote gemacht, z.B. ein Kurzworkshop zum Thema „gesundes Essen“.

Für eine Gruppe von von der Ärztin besonders ausgewählten ca. 20 Mitarbeitern gibt es ein besonderes Angebot: den PLAN GESUNDHEIT. Dieses Programm besteht aus mehreren Phasen und läuft über insg. 2 Jahre. Ziel ist, ein dauerhaftes gesundheitsbewusstes Verhalten bei dem einzelnen Mitarbeiter unter den gegebenen Alltags- und Arbeitsbedingungen zu implementieren.

In einer Informationsveranstaltung wird dieses Programm den Mitarbeitern vorgestellt, Fragen beantwortet und im positiven Fall die Antragsformulare ausgefüllt.

PLAN GESUNDHEIT besteht aus mehreren Phasen: nach der Vorbereitungsphase startet die Initialphase, ein 3-tägiges Intensivprogramm in einer ambulanten Reha-Einrichtung. Danach folgt die Trainingsphase über ca. 4 Monate mit festen Terminen 2 x pro Woche in der Reha-Einrichtung. In der anschließenden Eigenaktivitätsphase geht es schließlich darum, die neu gesetzten gesundheitlichen Ziele auch im Alltag weiter zu verfolgen. Und weil es ganz besonders im normalen Alltag immer wieder darum geht, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden, stellt man den Mitarbeitern für weitere 18 Monate eine Präventionsmanagerin zur Seite, die beratend unterstützt und hilft, gewisse „Motivationstäler“ zu überwinden. Am Ende soll der Mitarbeiter bestenfalls weniger gesundheitliche Risikofaktoren haben und ein gesundheitsbewussteres Verhalten im Alltag dauerhaft implementiert haben. Ob das gelingt, werden wir Anfang nächsten Jahres wissen, wenn die erste Gruppe nach Ablauf der 2 Jahre den letzten Fitness-Level-Test macht.

Detailliertere Informationen, auch zu Planungsaufwand und Kosten dann im Vortag am 4.11.2015 in Köln.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/10 (0 Bewertungen)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 Bewertungen)
The following two tabs change content below.

One thought on “PLAN GESUNDHEIT – ein Beispiel für nachhaltiges Gesundheitsmanagement in einem Industrieunternehmen

  1. Guten Morgen Frau Rojahn,

    den hier vorgestellten Gesundheitsplan für die Mitarbeiter finde ich großartig. Noch erstaunlicher finde ich allerdings, dass es Unternehmen gibt, die bereit sind, in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter so zu investieren. Denn die Umsetzung des Plans wird ja schließlich ein paar Mark kosten. Ich bin aber davon überzeugt, dass es sich am Ende für beide Seite auszahlen kann. Vielleicht gibt es in dem Unternehmen weniger Krankmeldung und weniger Ausfälle und möglicherweise entsteht bei vielen Mitarbeitern tatsächlich ein Gesundheitsbewusstsein. Es wäre zu wünschen. Ich bin auf dem Ausgang gespannt.

    Viele Grüße aus Düsseldorf
    Florian Schrupp

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0.0/5 (0 Bewertungen cast)
    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0 (from 0 Bewertungen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*